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Interview mit Ulla Kock am Brink

Showtime of my Life – Stars gegen Krebs

Jeder Zweite in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Wird Brustkrebs, Hodenkrebs oder Prostatakrebs früh entdeckt, steht es gut um die Heilungschancen. Deshalb haben sich 16 Stars, je 8 prominente Frauen und Männer, bei „Showtime of my Life – Stars gegen Krebs“ ausgezogen: Um Frauen und Männer zu motivieren, regelmäßig zur Krebsvorsorge zu gehen. Schließlich kann sich jeder vor seinem Arzt oder seiner Ärztin ausziehen, wenn die Promis dies vor Millionen von Zuschauer*innen tun können. Oder?

Mit dabei ist die yeswecan!cer-Supporterin Ulla Kock am Brink. Ulla wurde wie die anderen 15 Prominenten von Gastgeber Guido Maria Kretschmer auf ihrem Weg bis zur großen Show begleitet. Die „Let’s Dance“-Stars Motsi Mabuse und Joachim Llambi unterstützten sie bei ihrer Vorbereitung und dem Training für die Shows.

yeswecan!cer: Guten Tag, liebe Ulla. Du bist seit vielen Jahren eine beliebte, erfolgreiche, sehr erfahrene Fernsehmoderatorin – und Unterstützerin von yeswecan!cer. Im Showhighlight „Showtime of my Life – Stars gegen Krebs“ hast Du vor einem Millionenpublikum die Hüllen fallen lassen. Was ging Dir durch den Kopf, als Du gefragt wurdest, ob Du mitmachen möchtest?

Ulla Kock am Brink: Da habe ich erst einmal geschluckt. Dann habe ich 3 Tage verstreichen lassen – und ganz in Ruhe nachgedacht. Mit 59 Jahren bin ich die Älteste in der Show: Und noch nie in meinem ganzen Leben hatte ich zuvor blank gezogen in der Öffentlichkeit. Ich habe mit meinem Mann gesprochen über den Sinn und Zweck der Show. Wir haben uns daraufhin die englische Originalversion von „Showtime of my Life“ angeschaut: Und ich war so überrascht und tief berührt von der wunderbaren, authentischen Art und Weise, wie Information und Emotion kombiniert wurden.

In der Show geht es um das wichtige Thema Krebsprävention. Im Mittelpunkt stehen unsere persönlichen Geschichten. Wir alle, die wir mitgemacht haben, sind in unserem Leben mit dem Thema Krebs unmittelbar in Berührung gekommen – entweder in der Familie, im Freundeskreis oder, weil er oder sie selbst betroffen ist. Ich habe viel zu früh meinen Vater, aber auch meinen Schwager und mehrere Freunde an die Krankheit verloren. Deswegen habe ich mich entschieden in der Show mitzumachen. Mir hilft der Gedanke, dass ich alles getan habe, um andere Menschen wachzurütteln. Außerdem ist VOX ein seriöser Sender mit einem schönen Programm, die Shows sind stilvoll inszeniert. Niemand wurde übrigens gedrängt, bis zum Äußersten zu gehen – jede und jeder durfte das für sich entscheiden.

yeswecan!cer: Wie muss ich mir Euer Miteinander bei den Vorbereitungen auf die Show vorstellen?

Ulla Kock am Brink: Ich habe das große Glück gehabt, 7 tolle Frauen näher kennengelernt zu haben. Wir haben uns gegenseitig motiviert und getragen. Wir hatten eine fantastische Zeit miteinander, fühlten uns sofort verbunden, weil der Krebs bei jeder von uns eine große Lücke im jeweiligen Leben hinterlassen hat. Wir alle kennen das Gefühl, dass die Trauer ein ständiger Begleiter ist. Jede konnte die Motivation der anderen nachvollziehen. Außerdem waren wir alle unsicher.

In der Show geht es auch darum, zu sich zu stehen und vermeintliche Unzulänglichkeiten anzunehmen. Wir hatten so viel Spaß während der Dreharbeiten, nachdem klar war, dass es eigentlich wurscht ist, wie Du aussiehst. Vor Deinem Arzt lässt Du auch die Hose runter. Wo ist das Problem? Unsere Coaches waren super. Ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend es ist, eine 4 Minuten lange Tanzperformance einzuüben. Schließlich war ich als Jugendliche noch nicht einmal in der Tanzschule. Aber vor allem hatten wir tolle Momente, als es darum ging, aus sich heraus zu gehen. Am Ende waren die am expressivsten, die am Anfang am schüchternsten waren.

Eines der schönsten Erlebnisse, die ich jemals im Fernsehen hatte.

yeswecan!cer: Was bleibt für Dich nach der Show?

Ulla Kock am Brink: Nicole Staudinger, die Weltbestseller-Autorin, ist nicht nur meine persönliche Heldin. Ich bin so glücklich, sie während der Show als Freundin gewonnen zu haben. Wie überhaupt: Alle Frauen sind in den vergangenen Monaten zu Freundinnen geworden. Wir tauschen uns weiterhin aus beispielsweise in unserer WhatsApp-Gruppe „Let’s Dance nackig“.

Während ich in der Show meine Familiengeschichte erzählt habe, stand in vor einer Wand und auf meinen Körper wurden alte Fotos meines Vaters und meiner Mutter projiziert. Fotos vom 25 Hochzeitstag meiner Eltern zum Beispiel, leicht angeschickert und glücklich. Dabei stand ich im Schatten. Ich glaube: Wir 8 Frauen haben uns erkannt. Am Schatten. In den Augen.

Die Auseinandersetzung mit meiner Geschichte in der Öffentlichkeit war schwer. Aber unfassbar entlastend. Mir ist wichtig, zu sagen: Geht raus mit Euren Geschichten. Teilt sie, behaltet Eure Geschichten nicht für Euch. Mein Vater ist mit 63 verstorben – und hat nicht gesprochen. Obwohl er Arzt war. Nachdem, was ich mit der Show erlebt habe, ist es für mich keine Plattitüde mehr, wenn ich sagen: Wir müssen sprechen. Miteinander. Vor allem über unsere Ängste, Sorgen und Nöte. Ich konnte das während den Dreharbeiten zu „Showtime of my Life“ fühlen.

yeswecan!cer: Danke vielmals, liebe Ulla, für Deine Zeit.

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